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Agenda 2010
exponierte Lage
Ozon Leserbrief
 

Inhalt:


Wissen ohne Handeln ist nutzlos

Ausbleibende Winter, heiße Sommer, Überschwemmungen, Stürme. Die drohende Klimakatastrophe. Experten warnen: Wenn wir es nicht schaffen, die Notbremse zu ziehen, verpassen wir die letzte Chance. Doch Betroffenheit allein führt noch nicht zu besserem Verhalten. Es klafft eine riesen Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Fast 90% sind zwar dafür, auf erneuerbare Energien umzusteigen, aber nur 5% nutzen tatsächlich Ökostrom. Warum fällt es so schwer, entsprechend zu handeln?

Wir müssen uns mit widersprüchlichen Botschaften plagen. Erfolgreiche Unternehmer und Prominente leben uns vor: schnelle und schwere Autos, immer mobil mit dem Flugzeug,.... Warum soll ausgerechnet ich ein freiwilliges Tempolimit einhalten, wenn alle anderen weiter munter auf die Tube drücken?... Außerdem schont das falsche Verhalten immer noch den Geldbeutel. Fliegen ist billiger als Zug fahren. Wir versuchen unser Verhalten zu rechtfertigen ähnlich wie Jugendliche, die ertappt werden. „Was geht Sie das an!“ wird geschnauzt, wenn einer auf umweltschädliches Verhalten hingewiesen wird. Oder die persönliche Verantwortung wird abgelehnt: „alle anderen verhalten sich auch so“. Die Sache wird heruntergespielt, Unwissenheit wird vorgetäuscht, die eigene Machtlosigkeit vorgeschoben: „Das Flugzeug fliegt so oder so, ob ich drinsitze oder nicht.“ Oder „ausnahmsweise“ ... wird betont, und dass man sich sonst immer anders verhalte.

Die wenigsten stehen zu ihrer Bequemlichkeit: das kommt nicht gut an. Beliebt ist Schuld einzugestehen, Besserung wird gelobt. Kein Wunder. Alles andere ist schnell entlarvt als „faule Ausrede“. Man kann natürlich als Umweltsünder beichten gehen. Allerdings ist eine Absolution wertlos, wenn man sein Verhalten nicht ändert. „Wissen ohne Handeln ist nutzlos.“ sagte schon Johann Wolfgang von Goethe. „Es genügt nicht zu wissen, man muss es auch tun.“

Wir ändern unser Verhalten, wenn andere es positiv bewerten und honorieren. Es geht also darum, dass wir uns gegenseitig für positives Umweltverhalten loben: „Klasse, dass Du mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst. Das finde ich gut, es ist gesund und gut für die Schöpfung“. Oder: „Richtig gut, dass Du mit dem Zug und öffentlichen Verkehrsmitteln fährst. Das ist zwar umständlicher, aber schont die Umwelt!“ Oder: „Finde ich wirklich mutig, dass Du Dein Auto verkaufst und Dich an einem Teil-Auto-Modell beteiligst!“

Autor: Rémi Denoix, Tübingen, Katholische Kirche

Entnommen aus: Anstöße SWR1 BW www.kirche-im-swr.de
Sendetext von Dienstag, 03. Juli 2007

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Sind optimale Straßen wichtige Voraussetzung für Wirtschaftswachstum?

Für mich war es eines der größten Ah-Erlebnisse, als ich vor 30 Jahren aus dem Ruhrgebiet nach Stuttgart gezogen bin und hier über die schlechte Infrastruktur bei den Straßen geklagt wurde. Schon damals war das Argument, für den Erhalt der vorhandenen Arbeitsplätze und für die Schaffung neuer Arbeitsplätze würden dringend mehr und bessere Straßen benötigt.

Meine Geburtsstadt Herten liegt mit 70.000 Einwohnern zwischen 3 Autobahnen eingeklemmt und hat 5 Autobahnabfahrten! Trotzdem gibt es dort zugleich eine der höchsten Arbeitslosigkeit in NRW.

Dabei sind große Firmen in Herten angesiedelt, die Aldi Brüder waren mal meine Nachbarn, Klässer ist eine bekannte große Spedition, Europas größte Fleischwarenfabrik, ex Schweißfurth heute Nestle, steht in Herten. 

Herten ist die an der Kohle-Förderung gemessen größte Bergbaustadt in Europa, das Automobilwerk Opel grenzt direkt an Herten an und ist einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Doch dank der vielen Autobahnen können die Firmen Arbeitsplätze ganz schnell auch woanders hin verlegen, die Stadt hat nichts davon außer Dreck, Lärm, Luftverschmutzung. Übrigens auch eine der größten Müllverbrennungsanlagen und eine Sondermüllverbrennungsanlage, die Sondermüll aus Australien verbrennen wollte, stehen wegen der guten Verkehrsanbindung in Herten.

Ich bin heute froh, hier im Welzheimer Wald zu leben und nicht mehr in Herten. Und ich möchte nicht, dass es hier eines Tages genauso aussieht wie in meiner Heimatstadt. Mich wundert es immer wieder, warum die negativen Auswirkungen einer "guten" Straßeninfrastruktur am Beispiel solcher Städte nicht bekannter werden! So wie in Herten sieht es in vielen anderen Ruhrgebietstädten aus.

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Leserbrief zu Spiegel Online:

Militante G-8-Gegner randalieren sich warm

Von Philipp Wittrock

vom 29.05.07

Ich würde gerne mal eine Fotostrecke der Transparente und Plakate der friedlichen Demonstranten beim Spiegel sehen. Dadurch das auch der Spiegel den Gewaltbereiten deutlich mehr Platz und Beachtung einräumt, fördert er natürlich auch diese Gewaltbereitschaft. Wie wäre es mit einer Beschränkung der Berichterstattung im Verhältnis friedliche Demonstranten zu Gewaltbereiten? Im Falle Hamburg wäre das nach Spiegelangaben 4:1, d.h. 4 Bilder von friedlichen Demonstranten zu 1 Bild von Gewaltbereiten.

MfG Reinhard Muth

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