Ozon Leserbrief

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An die Kreisredaktion der
Waiblinger Zeitung


Betrifft: Leserbrief zu „Ozon: Kein Grund zur Aufregung“ 

Lutzenberg, den 19.07.2007


Sehr geehrter Herr Schwarz!

Ozon: Kein Grund zur Aufregung?
Leider ist das Thema Ozon nicht so einfach darzustellen, wie Sie es in dem Artikel vom Mittwoch, 18. Juli tun. Über welchen Messwert haben Sie denn da geschrieben? Den Halbstunden-, den Achtstunden- oder den Vierundzwanzigstundenwert?

Für den Halbstundenspitzenwert treffen Ihre Aussage zu. Empfindliche Personen sollten sich vorsehen, für alle anderen besteht kein besonderer Grund zur Besorgnis. Kurzfristig hohe Ozondosen wurden lange Zeit sogar in der Medizin zur Therapie genutzt. Aber ist damit alles in Butter?

Die EU hat einen Achtstundenmittelwert als gesetzlichen Höchstwert festgeschrieben, der ab 2010 einzuhalten ist. Dieser Wert hat einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Gesundheit. Deshalb ist er auch schon lange als Grenzwert für den Arbeitsplatz in der MAK Liste aufgeführt. Zurzeit wird dieser Grenzwert um 250 % (!) überschritten. Die Landesregierung hat in diesem Frühjahr auf Anfrage eingestanden, diesen Grenzwert ab 2010 nicht einhalten zu können. Ozon: Kein Grund zur Aufregung?

Und nun der 24stundenwert. Er hat den größten Einfluss auf die Vegetation. Schon vor Jahren wurden wissenschaftliche Untersuchungen veröffentlicht, dass im Welzheimer Wald allein durch die Ozonbelastung es in der Grünlandwirtschaft im Mittel zu 33 % Ernteausfall kommt. Ozon: Kein Grund zur Aufregung?

Ozon stresst auch die Bäume. Durch Ozon erhöht sich die Verdunstung über die Nadeln/Blätter, so dass die Bäume schneller austrocknen, ausgerechnet dann wenn gerade keine Niederschläge fallen. Zahlen zu den dadurch verursachten Schäden habe ich zur Zeit nicht zur Hand. Ozon: Kein Grund zur Aufregung?

Und nun zu den Ursachen von Ozon. Dummerweise hat unser Straßenverkehr daran einen erheblichen Anteil. In Ihrem Artikel geben Sie den Lesern aber keinen einzigen Hinweis darauf. Ohne die schädlichen Abgase aus den Auspuffen der Kfz könnte die Sonne gar kein zusätzliches Ozon produzieren. „Wissen ohne Handeln ist nutzlos“. Hinweise in ihren Artikeln, wie die Leser durch eigenes Handeln Schäden für sich und die Umwelt vermeiden können, wären da sehr hilfreich. Der Artikel von heute bewirkt aber genau das Gegenteil.

Seit 1986 informiere ich ihre Redaktion immer wieder über die Fakten zum bodennahen Ozon. BUND und ZVW haben sogar einmal eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema in Welzheim durchgeführt. Bis heute hatte das aber keine nachhaltige Auswirkung auf die Artikel Ihrer Redaktion. Ist das vielleicht mit der Volksweisheit „Wes Brot ich esse, des Lied ich singe“ richtig umschrieben?



Mit freundlichen Grüßen 
der „Ozonkasper“ (Zitat ZVW) vom Welzheimer Wald