Schwarzbuch Wald

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Zur Diskussion des Für und Widers
Fürspruch

Die Bilanz des „BUND-Schwarzbuch Wald“ ist erschütternd: „Während die Forstwirtschaft in den vergangenen 20 Jahren den naturnahen Waldbau gezielt gefördert und dadurch Laubbäume und strukturreiche Waldbestände aufgebaut hat, steht vor dem Hintergrund leerer Kassen nun vor allem der finanzielle Ertrag aus dem Wald im Vordergrund. Mühsam errungene ökologische Standards bei der Waldwirtschaft rücken in den Hintergrund und werden von vielen Forstleuten und Waldbesitzern offenbar nur noch als Hindernis auf dem Weg zu einem möglichst hohen Gewinn angesehen“, kritisiert die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender. Sogar der von der deutschen Forstwirtschaft entwickelte Grundsatz der Nachhaltigkeit wird gebrochen. Ausgerechnet im Staatswald wird mehr Holz eingeschlagen, als gleichzeitig nachwächst. Dieser Trend wird durch die steigenden Energiepreise verstärkt, denn die Nachfrage nach Brennholz steigt und auch Bäume, die bislang keinen hohen ökonomischen Wert hatten, landen nun in den heimischen Brennöfen. Dicke, krumme, alte und absterbende Bäume sind davon besonders stark betroffen.
Der BUND fordert von der Landesregierung ein unverzügliches Umdenken und eine Rückbesinnung auf die bewährten Grundsätze der naturnahen Forstwirtschaft. Dabei stellt sich der BUND nicht grundsätzlich gegen eine nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz, der CO2 bindet und damit einen wirksamen Schutz gegen den Klimawandel darstellt. Dahlbender betont: „Gerade im Wald lassen sich ökologische und ökonomische Ziele problemlos vereinbaren. Dazu braucht es allerdings Geduld, qualifiziertes Forstpersonal und Geld für Ausgleichszahlungen, da vor allem im Privatwald ein Nutzungsverzicht oft mit Ertragseinbußen verbunden ist.“
Als Bürgerwald muss der Staatswald hingegen gemäß Waldgesetz vorbildlich bewirtschaftet werden. „Der BUND fordert hier eine Drosselung des Holzeinschlags auf ein naturverträgliches Maß, eine schonende und einzelstammweise Waldverjüngung, einen weitgehenden Nutzungsstopp in Altbeständen über 180 Jahre und das konsequente Belassen von Totholz und Habitatbäumen“, erläutert Dahlbender. „Außerdem muss endlich die Fläche der ungenutzten Wälder – der so genannten Bannwälder – von derzeit 0,5 Prozent auf fünf Prozent innerhalb der nächsten 20 Jahre gesteigert werden. Denn nur in Bannwäldern kann die ursprüngliche Artenvielfalt vollständig erhalten werden. Das Potenzial hierfür ist vorhanden, jetzt fehlt nur noch der politische Wille.“

Widerspruch

„Schwarzbuch Wald“

Einseitige Darstellung sorgt für Verdruss

Die Veröffentlichung des Schwarzbuchs Wald*) in Baden-Württemberg führte zu erheblicher Missstimmung zwischen betroffenen Förstern und dem BUND. In mehreren Fällen hat die jetzt eingeleitete Überprüfung der vom BUND angeschwärzten Fälle ergeben, dass die forstlichen Maßnahmen z. B. aus Verkehrssicherungspflicht notwendig und/oder einseitig überzogen dargestellt waren.

Für den Vorsitzenden der IG BAU-Landesvertretung Baden-Württemberg, Martin Schwenninger, ist dies mehr ein Ärgernis. „Wir als Gewerkschaft sind offen für die Belange des Naturschutzes und vertreten diese auch offensiv. Wir erwarten aber auch, dass vonseiten des Naturschutzes mit Halbwahrheiten keine Effekthascherei betrieben wird und Kollegen nicht grundlos diskreditiert werden“, macht Martin Schwenninger seinem Ärger gegenüber dem BUND Luft.

Es ist unbestritten, dass es Mängel bis zu Missständen bei der Umsetzung von Naturschutzzielen im Wald gibt. Die IG BAU erwartet aber auch, dass solche im Falle einer öffentlichen Dokumentation auch einer naturschutz – und forstfachlichen Überprüfung standhalten.

In einem Schreiben hat die Landesvertretung den BUND aufgefordert, künftig entsprechend zu handeln. Mit solchen Veröffentlichungen untergräbt der Naturschutz sonst seine Glaubwürdigkeit leider selbst.

 

http://www.forst.undmehr.biz

http://www.igbau.de